
Bauprojekte laufen längst nicht nur im Frühjahr und Sommer. Auch während der kalten Jahreszeit müssen Maschinen, Beleuchtung, Heizgeräte und Werkzeuge zuverlässig mit Energie versorgt werden. Gerade im Winter steigen jedoch die Anforderungen an die Stromversorgung auf einer Baustelle.
Feuchtigkeit, niedrige Temperaturen, kürzere Tage und ein zusätzlicher Energiebedarf durch Heizung oder Bautrocknung können die Baustromversorgung stärker beanspruchen. Wer seinen Baustrom im Winter frühzeitig plant, kann Ausfälle vermeiden und dafür sorgen, dass die Arbeiten auch bei schwierigen Wetterbedingungen möglichst reibungslos weiterlaufen.
Während der Wintermonate verändert sich der Energiebedarf auf vielen Baustellen. Neben den üblichen Maschinen und Elektrowerkzeugen kommen zusätzliche Verbraucher hinzu.
Typische Beispiele sind:
Vor allem mehrere gleichzeitig betriebene leistungsstarke Verbraucher können dazu führen, dass der ursprünglich geplante Baustromanschluss nicht mehr ausreichend dimensioniert ist.
Deshalb sollte bereits bei der Planung berücksichtigt werden, ob das Bauprojekt auch während der Wintermonate läuft.
Im Sommer können viele Arbeiten während eines großen Teils des Tages bei natürlichem Licht durchgeführt werden. Im Herbst und Winter sieht das anders aus.
Die Tage werden kürzer und häufig müssen Arbeitsbereiche bereits am Nachmittag künstlich beleuchtet werden. Dazu kommen schlecht belichtete Innenräume, Keller, Rohbauten oder andere Bereiche, in denen ohnehin eine zusätzliche Beleuchtung erforderlich ist.
Damit steigt nicht nur der Stromverbrauch. Auch die Zahl der gleichzeitig angeschlossenen Verbraucher kann zunehmen.
Eine ausreichend dimensionierte Baustromversorgung schafft die Grundlage dafür, dass Beleuchtung und Arbeitsgeräte parallel betrieben werden können.
Feuchtigkeit ist während der Bauphase ein wichtiges Thema. Estrich, Putz und andere Baustoffe bringen erhebliche Mengen Wasser in ein Gebäude. Gerade bei niedrigen Temperaturen kann die natürliche Trocknung langsamer verlaufen.
Deshalb kommen häufig Bautrockner oder andere Geräte zur technischen Bautrocknung zum Einsatz.
Je nach Anzahl und Leistung der eingesetzten Geräte kann dadurch ein zusätzlicher Strombedarf entstehen. Werden mehrere Bautrockner gleichzeitig mit Werkzeugen, Beleuchtung und weiteren Maschinen betrieben, sollte geprüft werden, ob die vorhandene Baustromversorgung dafür ausgelegt ist.
Die benötigte Anschlussleistung sollte deshalb nicht nur anhand der üblichen Baugeräte geplant werden.
Auch Heizgeräte können während der kalten Jahreszeit zu relevanten Stromverbrauchern werden.
Sie werden beispielsweise eingesetzt, um bestimmte Arbeitsbereiche temperiert zu halten oder Arbeiten im Innenausbau zu unterstützen.
Problematisch wird es, wenn leistungsstarke Heizgeräte kurzfristig angeschlossen werden, obwohl sie bei der ursprünglichen Baustromplanung nicht berücksichtigt wurden.
Deshalb lohnt sich bereits vor Beginn der Wintermonate eine einfache Frage:
Welche zusätzlichen elektrischen Geräte werden bei niedrigen Temperaturen benötigt?
Aus dieser Verbraucherplanung lässt sich anschließend ableiten, ob die vorhandene Anschlussleistung ausreichend ist.
Auf Baustellen sind elektrische Betriebsmittel häufig deutlich anspruchsvolleren Umgebungsbedingungen ausgesetzt als in fertiggestellten Gebäuden.
Regen, Schnee, Schmutz und Feuchtigkeit können die Bedingungen zusätzlich verschärfen.
Baustromverteiler, Leitungen, Steckverbindungen und angeschlossene Geräte müssen deshalb für den jeweiligen Einsatz geeignet sein und fachgerecht verwendet werden. Provisorische Lösungen oder ungeeignete elektrische Komponenten können erhebliche Sicherheitsrisiken verursachen.
Gerade im Winter sollte der Zustand der Stromversorgung regelmäßig im Blick behalten werden.
Auch der Standort des Baustromverteilers spielt eine Rolle.
Der Verteiler sollte so aufgestellt werden, dass er für die benötigten Arbeiten sinnvoll erreichbar ist und gleichzeitig vor vermeidbaren mechanischen Belastungen geschützt wird.
Bei der Planung sollten beispielsweise Fahrwege von Baumaschinen, Materiallagerung und spätere Veränderungen der Baustelleneinrichtung berücksichtigt werden.
Auch Leitungswege sollten von Anfang an durchdacht werden. Je besser Baustromverteiler und Verbraucher aufeinander abgestimmt sind, desto einfacher lässt sich die Stromversorgung während der Bauphase organisieren.
Stromleitungen gehören zu den am stärksten beanspruchten Komponenten einer Baustromversorgung. Sie werden verlegt, bewegt und können mit Schmutz, Feuchtigkeit oder mechanischen Belastungen in Kontakt kommen.
Im Winter kommen niedrige Temperaturen und teilweise Schnee oder Eis hinzu.
Beschädigte Leitungen sollten nicht weiterverwendet werden. Ebenso wichtig ist eine Verlegung, bei der Kabel möglichst nicht durch Fahrzeuge, Baumaschinen oder andere Arbeiten beschädigt werden können.
Improvisierte Verlängerungen sollten vermieden werden. Benötigt eine Baustelle zusätzliche Anschlüsse, ist eine fachgerechte Erweiterung der Stromversorgung die bessere Lösung.
Läuft ein Bauprojekt bereits seit mehreren Monaten, kann es sinnvoll sein, die vorhandene Baustromversorgung vor Beginn der kalten Jahreszeit erneut zu betrachten.
Denn der Energiebedarf einer Baustelle verändert sich im Laufe des Projekts.
Während beim Rohbau beispielsweise leistungsstarke Maschinen im Mittelpunkt stehen, können später Bautrocknung, Innenausbau, Beleuchtung oder Heizung relevant werden.
Dabei sollten unter anderem folgende Punkte betrachtet werden:
Eine solche Überprüfung kann helfen, Engpässe frühzeitig zu erkennen.
Eine zu knapp geplante Stromversorgung kann im Baustellenalltag schnell problematisch werden.
Werden mehrere leistungsstarke Geräte gleichzeitig betrieben, kann die vorhandene Kapazität an ihre Grenzen kommen. Das kann Arbeitsabläufe beeinträchtigen und dazu führen, dass bestimmte Verbraucher nicht wie geplant gleichzeitig genutzt werden können.
Die Lösung sollte nicht darin bestehen, zusätzliche Geräte ohne Prüfung an vorhandene Anschlüsse anzuschließen.
Stattdessen sollte der tatsächliche Leistungsbedarf neu bewertet werden. Anschließend kann geprüft werden, ob eine Anpassung oder Erweiterung der Baustromversorgung erforderlich und technisch möglich ist.
Wer bereits weiß, dass sich das Bauprojekt über Herbst und Winter erstrecken wird, sollte den zusätzlichen Energiebedarf möglichst früh berücksichtigen.
Besonders wichtig ist das bei Neubauten, größeren Sanierungen und gewerblichen Projekten mit vielen gleichzeitig arbeitenden Gewerken.
Eine gute Planung berücksichtigt nicht nur den aktuellen Bedarf, sondern auch spätere Bauphasen.
Dadurch lässt sich vermeiden, dass mitten im Projekt festgestellt wird, dass der Baustromverteiler oder die vorgesehene Anschlussleistung nicht mehr zu den tatsächlichen Anforderungen passt.
Für zeitlich begrenzte Bauprojekte bietet es sich häufig an, einen passenden Baustromverteiler zu mieten.
Der Vorteil liegt vor allem darin, dass die benötigte Lösung auf das konkrete Bauvorhaben abgestimmt werden kann. Gleichzeitig müssen Bauherren nach Abschluss des Projekts keinen eigenen Baustromverteiler lagern.
Mit einem professionellen Baustromservice können je nach Leistungsumfang außerdem Planung, Bereitstellung, Installation und spätere Demontage koordiniert werden.
Gerade bei einem Bauprojekt, das sich über mehrere Jahreszeiten erstreckt, reduziert das den organisatorischen Aufwand erheblich.
Baustrom wird im Winter häufig stärker beansprucht als während anderer Bauphasen. Beleuchtung, Bautrocknung und gegebenenfalls elektrische Heizgeräte erhöhen den Energiebedarf, während Nässe, Frost und schwierige Witterungsbedingungen zusätzliche Anforderungen an die Baustelleninstallation stellen.
Deshalb sollte die Stromversorgung nicht erst angepasst werden, wenn erste Probleme auftreten. Wer frühzeitig plant, den tatsächlichen Leistungsbedarf berücksichtigt und die elektrische Anlage fachgerecht einrichten lässt, schafft gute Voraussetzungen für einen zuverlässigen Baustellenbetrieb während der kalten Jahreszeit.
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